NE-Metallgießer weiterhin gut beschäftigt
Produktion und Umsatz bleiben auf Rekordniveau
Hannover, 21. April 2008
Die deutschen NE-Metallgießereien haben 2007 erneut bei Umsatz und Produktion an das gute Vorjahresergebnis anknüpfen können. Vor allem der Leichtmetallguss trägt erneut maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Die Prognose für das laufende Jahr lautet: Optimismus! Allerdings sind weiterhin Sorgen bei der Entwicklung der Materialpreise angebracht.
Die große Mehrzahl der deutschen Metallgießer war nach Angaben des Hauptgeschäftsführers des GDM, Gerhard Klügge, mit der Mengenkonjunktur im Geschäftsjahr 2007 zufrieden. Die Produktion lag bei über 1 Mio. t, was den Rekordwert des Vorjahres (990.000 t) um 5,8 Prozent übertraf. Bei Umsatz und Beschäftigung ist ebenfalls ein Anstieg zu verzeichnen (2007: 6,5 Milliarden Euro, ca. 41.000 Mitarbeiter). Der Produktionsanstieg ist nicht nur auf die Entwicklung beim Leichtmetall Aluminium zurückzuführen, auch die anderen Legierungen legten, abgesehen vom Guss aus Kupfer und Kupferlegierungen, zu. Die nach wie vor hohe Produktion der deutschen Automobilindustrie trug laut Klügge zu der Mengenausweitung auf über 850.000 t Aluminiumguss (+ 6,5 Prozent) bei. Auch der Guss aus Magnesiumlegierungen verzeichnet mit einem Plus von 3,5 Prozent (31.659 t) ein leichtes Wachstum.
Interessant in diesem Zusammenhang ist jedoch die Tatsache, dass die Zuwachsraten der Leichtmetalllegierungen gerade im hoch industrialisierten Druckguss geringer zu Buche schlagen als die der anderen Verfahren. Der Grund für diese Entwicklung wird in der Tatsache gesehen, dass die Anforderungen an die Gießereien zu immer komplexeren Teilen für immer spezifischere Einsatzgebiete letztlich den Trend zum leichtgewichtigeren Gussteil stützen. Gerade im Leichtmetallguss ist daher eine auf Gewicht / Tonnage bezogene Vergleichsgröße nur bedingt Ziel führend. Dünnwandige und stets komplexer werdende Teile sollen nun einmal leichter werden. Erst wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, können auch die Stärken des Großseriengusses im Leichtmetall voll ausgespielt werden. Dies gilt sowohl gegenüber konkurrierenden Verfahren als auch gegenüber konkurrierenden Werkstoffen.
Bei den Buntmetallen konnte der Guss aus Zinklegierungen, der fast ausschließlich im hoch industrialisierten Druckguss gefertigt wird, ebenfalls mit einem Plus von 12,6 Prozent (rund 72.300 Jahrestonnen) erneut an die guten Ergebnisse der Vergangenheit anknüpfen. Lediglich der Guss aus Kupfer und Kupferlegierungen verzeichnete ein leichtes Minus von 2,2 % (96.575 t).
Der Ausblick für das laufende Jahr ist laut Klügge optimistisch. In Erwartung, dass sich die deutsche Wirtschaft 2008 trotz einiger zusätzlicher Belastungen weiter erholt, müsste die Branche ihren Anteil daran finden. „Beschäftigung, Produktion und Umsatz werden auch in diesem Jahr leicht zulegen“, sagte er. Die Hauptabnehmerbranche Automobilindustrie wird trotz einer ganzen Reihe eigener Probleme auch in diesem Jahr die wesentliche Stütze der NE-Leichtmetallgießereien bleiben.
Das Baugewerbe – jahrelang das Sorgenkind der deutschen Wirtschaft – zieht für das zweite Jahr in Folge, bei allen regionalen Unterschieden eine positive Jahresbaubilanz. Für 2008 erwartet der Hauptverband der Bauindustrie eine Stabilisierung der Beschäftigung auf dem Vorjahresniveau, was sich sicherlich auch positiv auf die Zuliefergießereien auswirken wird.
Ausgesprochen gut sind ebenfalls die Erwartungen im Maschinen- und Anlagenbau. Der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau lag noch im Winter 2008 um real zehn Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres, so der Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Auch hier sind die Erwartungen für das laufende Jahr optimistisch geprägt.
Die Elektro- und Elektronik-Industrie, ein weiterer wichtiger Abnehmer von Metallguss, hat im vergangenen Jahr wichtige Impulse für ihr Wachstum erfahren. Die globale Nachfrage nach Erzeugnissen der Elektroindustrie wird maßgeblich durch die Ausrüstungsinvestitionen bestimmt. Da deren Elektrotechnik- bzw. Elektronikanteil steigt, nimmt der Elektromarkt stärker als andere Branchen zu. Zusätzlich treiben der immense technische Fortschritt, neue Märkte (in Asien, Lateinamerika sowie Mittel- und Osteuropa) und eine daraus resultierende zunehmende Wettbewerbsdynamik das Wachstum stark voran. Weltweit wird die Entwicklung des Elektrotechnik- und Elektromarktes von der sogenannten Industrie-Elektronik (Bauelemente, Informations- und Kommunikationstechnik, Messtechnik und Prozessautomatisierung, KFZ-Elektronik, Medizintechnik), sowie der damit verbundenen Entwicklung von Software und Services bestimmt. Die Branche ist optimistisch, dass sich das Wachstum auch im laufenden Jahr fortsetzen wird.
Angesichts dieser Aussichten der Hauptabnehmerbereiche sind die Perspektiven der Metallgießereien günstig. Der anhaltende Substitutionsdruck zu Gunsten von Leichtbauwerkstoffen bleibe, laut Klügge, ein wichtiger Wachstumsmotor der Aluminium- und Magnesium-Gussproduktion. Für die langfristig guten Entwicklungsmöglichkeiten der Branche sprächen auch hohe Qualität, Kompetenz und Innovationsfähigkeit der Metallgießereien. Daran habe der hohe Ausbildungsgrad der Mitarbeiter in den Unternehmen einen großen Anteil. Entsprechend wichtig sei es, auch in Zukunft auf gut ausgebildete Fachkräfte in allen Qualifizierungsstufen zurückgreifen zu können. „Die deutschen Metallgießereien bieten hervorragende Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten“, sagte Klügge.
Gewisse Sorgen allerdings bereiten der Branche die zunehmenden Schwierigkeiten, die Rohstoffpreissteigerungen, von denen auch im Jahr 2008 ausgegangen werden muss, an den Markt weiterzugeben. Speziell durch die weiterhin enorm wachsenden Volkswirtschaften in Asien müssen die NE-Gießereien von einer stark wachsenden Verknappung der von ihnen dringend benötigten Vormaterialien ausgehen. Diese Aussage bezieht sich sowohl auf die metallischen als aber auch auf die energetischen Rohstoffe. Bedingt durch die enormen Preissteigerungen der letzten Jahre und Monate scheinen im Rohstoffbereich spekulative Tendenzen Platz zu greifen, die die klassische Systematik von Angebot und Nachfrage bei den Rohstoffen in einem anderen Licht widerspiegeln.
Weitere Informationen:
GESAMTVERBAND DEUTSCHER METALLGIESSEREIEN E.V.
Hauptgeschäftsführer Gerhard Klügge
Tel. 0211/4796-152; Fax: 0211/4796-409
Internet: www.gdm-metallguss.de
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