Presseinformation GDM
 

NE-Metallgießer auf gedämpftem Wachstumskurs

Erneut Produktionsrekord dank Leichtmetallguss; NE-Metallgießereien für 2006 bedingt optimistisch; keine echten Materialengpässe

Hannover, 24. April 2006
Die deutschen NE-Metallgießereien haben 2005 bei Umsatz und Produktion an das gute Vorjahresergebnis anknüpfen können. Vor allem der Leichtmetallguss trägt maß­geblich zu dieser Entwicklung bei. Für 2006 erwartet der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes Deutscher Metallgießereien e.V. (GDM), Gerhard Klügge, dass die Branche bei Beschäftigung, Produktion und Umsatz stabil bleiben wird. Allerdings sind Sorgen bei der Ertragsentwicklung angebracht. Die mittel- und langfristigen Aussichten werden insgesamt optimistisch ge­sehen.

Die Mehrzahl der deutschen Metallgießer war laut Klügge mit dem Geschäftsjahr 2005 zu­frieden. Die Produktion blieb bei annähernd 900.000 t, was den Rekordwert des Vorjahres (896.000 t) um 0,3 Prozent übertraf. Bei Umsatz und Beschäftigung knüpft die Branche an die Zahlen des Vorjahres an (2005: 4,57 Milliarden Euro, ca. 35.000 Mitarbeiter). Der Produktions­anstieg ist vor allem auf die Entwicklung beim Leichtmetall Aluminium zurückzuführen. Die trotz aller kon­junktureller Belastungen immer noch hohe Produktion der deutschen Automobilindustrie trug laut Klügge zu der Mengenausweitung auf 727.000 t Aluminiumguss (+ 1,6 Prozent) bei. Beim Guss aus Magnesiumlegierungen scheint die Entwicklung der letzten Jahre unterbrochen. Hier liegt die Wachstumsrate „nur noch“ bei + 1,1 Prozent (27.300 t); wo hingegen noch vor wenigen Jahren zweistellige jährliche Zuwachsraten die Regel waren.

Bei den Buntmetallen mussten sämtliche Verfahren (Sand-, Schleuder- und Strangguss) Rückschläge erfahren. Der gesamte Guss aus Kupfer und Kupferlegierungen hat einen Rückgang von – 4,7 % Prozent zu verzeichnen. Der Guss aus Zink­legierungen, der fast ausschließlich im hoch industrialisierten Druckguss gefertigt wird, muss ebenfalls mit einem Rückgang von 9 Prozent (rund 54.500 Jahrestonnen) verkraften.

Der Ausblick für das laufende Jahr ist laut Klügge bedingt optimistisch. In Erwartung, dass sich die deutsche Wirtschaft 2006 weiter erholt, müsste die Branche ihren Anteil daran finden. „Be­schäftigung, Produktion und Umsatz werden im nächsten Jahr leicht zulegen“, sagte er. Die Hauptabnehmerbranche Automobilindustrie wird trotz einer ganzen Reihe eigener Probleme auch im kommenden Jahr die wesentliche Stütze der NE-Leichtmetallgießereien bleiben. Fast jedes auf dem Markt vorgestellte neue Modell weist in der Regel mehr Aluminiumguss auf als das Vorgängermodell. Davon, so Klügge, profitiere die Branche.

Im Baugewerbe sei eine Trendwende zum Besseren allenfalls kurzfristig in Sicht, da die drohende Mehrwertsteuer-Erhöhung viele Bauherren noch in 2006 tätig werden lässt. Die Nachfrage nach Gussprodukten im Buntmetallbereich werde in vielen Fällen auf Renovierungsausrüstungen zu­rückzuführen sein, als auf neue Bauprojekte. Bei Bau- und Sanitärausrüstungen wird ange­sichts einer hohen Exportquote bei den Abnehmern auf eine leichte belebte Nachfrage ge­setzt. Gute Aussichten bietet dagegen die elektrotechnische und Elektro-Industrie. „Die in den nächsten Jahren anstehenden Investitionen zur Modernisierung der Stromnetze und in den Bau neuer Kraftwerke wird positive Impulse für die Zulieferergießereien unserer Branche bringen“, so Klügge. Der Maschinen- und Anlagenbau als zweitwichtigste Abnehmerbranche der NE-Metallgießereien bleibt trotz der leichten Abschwächung im laufenden Jahr eine we­sentliche Stütze der Branche.

Die mittel- und langfristigen Aussichten der Branche sind laut Klügge positiv zu sehen. Der anhaltende Substitutionsdruck zu Gunsten von Leichtbauwerkstoffen bleibe ein wichtiger Wachstumsmotor der Aluminium- und Magnesiumgussproduktion. Für die langfristig guten Entwicklungschancen der Branche sprächen auch die hohe Qualität, Kompetenz und Inno­vationsfähigkeit der heimischen Metallgießereien. Daran habe der hohe Ausbildungsgrad der Mitarbeiter in den Unternehmen einen hohen Anteil. Entsprechend wichtig sei es, auch in Zukunft auf gut ausgebildete Fachkräfte auf allen Qualifizierungsstufen zurückgreifen zu können. „Die deutschen NE-Metallgießereien bieten hervorragende Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten“, sagte Klügge.

Die auch 2005 spürbare Verknappung wichtiger Rohstoffe in Deutschland, vor allem durch das dynamische Wachstum in China und Indien, wird von den NE-Metallgießern genau beobachtet. „Die für unsere Gusslegierungen wichtigen Schrotte Aluminium, Zink und Kupfer werden geradezu vom deutschen und europäischen Markt abgesaugt, sagte der Verbandsvertreter. Dennoch sei der Abfluss von guss-relevanten Schrotten nach Asien in den letzten Monaten noch nicht so stark, dass eine echte Engpasssituation wie bei anderen Branchen bei der Vormaterialversorgung aufgetreten ist. Da die Preise auf dem Legierungssektor üblicherweise Eins zu Eins an den Markt weitergegeben werden, könnten die Metallgießereien derzeit noch mit einer gewissen Gelassenheit die aktuelle Versorgungs­situation meistern.

Weitere Informationen:
GESAMTVERBAND DEUTSCHER METALLGIESSEREIEN E.V.
Hauptgeschäftsführer Gerhard Klügge
Tel. 0211/4796-152; Fax: 0211/4796-409
Internet: www.gdm-metallguss.de