Deutsche Metallgießer verhalten optimistisch für 2006
Produktion und Umsatz bleiben auf Rekordniveau
Düsseldorf, 6.12.2005 – Die deutschen NE-Metallgießereien werden 2005 bei Produktion und Umsatz an das Rekordergebnis des Vorjahres anknüpfen. Vor allem der Leichtmetall- und speziell der Aluminiumguss sorgen für positive Vorzeichen. Für das kommende Jahr ist der Vorsitzende des Gesamtverbandes Deutscher Metallgießereien (GDM), Bernd Voigtländer, „verhalten optimistisch“, dass die Branche bei Beschäftigung, Produktion und Umsatz leicht zulegen wird. Die mittel- und langfristigen Aussichten blieben aussichtsreich.
Die deutschen Metallgießer konnten 2005 an die Rekordzahlen des Vorjahres anschließen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg die Gussproduktion um insgesamt 0,2 Prozent auf 694.567 Tonnen. Im gesamten Jahr 2005 werde man die 2004er Produktion von 896.124 Tonnen erreichen. Auch bei Umsatz und Beschäftigung knüpft die Branche an die Zahlen des Vorjahres an (2004: 4,22 Mrd. Euro, 35.000 Mitarbeiter).
Beim Blick auf die einzelnen Metallarten bietet sich jedoch ein zweigeteiltes Bild: Während der Leichtmetallguss Aluminium und Magnesium zulegen konnte, war die Entwicklung bei den Buntmetallen in weiten Bereichen rückläufig. Die Produktionszahlen im Einzelnen: Aluminiumguss 557.210 Tonnen (+1,5%) und Magnesiumguss 20.938 Tonnen (+3,8%), Kupferguss 69.469 Tonnen -3,5%) und Zinkguss 44.748 Tonnen (-7,3%).
Der Aluminiumguss, der rund vier Fünftel des gesamten NE-Metallgusses ausmacht, profitierte von der hohen Produktion in der Automobilindustrie. Beim Magnesiumguss scheine die über Jahre andauernde „Euphorie“ unterbrochen, so GDM-Hauptgeschäftsführer Gerhard Klügge, doch werde derzeit viel in den Magnesium-Druckguss investiert. Dagegen wäre die breite Mehrheit der Buntmetallgießer gegenwärtig bereits zufrieden, wenn sie an das Vorjahresergebnis anknüpfen könnte.
Konjunktureller Aufschwung für Metallgussbranche erwartet
Trotz der eher gedämpften gesamtwirtschaftlichen Konjunkturaussichten für Deutschland im kommenden Jahr zeigte sich der GDM-Vorsitzende Voigtländer für seine Branche „verhalten optimistisch“. Er stützt sich dabei auf die Aussichten wichtiger Abnehmerbranchen: Die Automobilwirtschaft befinde sich weiter in der Erfolgsspur, die Modelloffensive deutscher Hersteller werde sich positiv auf die Gussproduktion auswirken, zumal der Gussanteil mit jeder neuen Fahrzeuggeneration steige. Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau gehe mit hohen Erwartungen in das kommende Jahr. Erfreuliche Signale kämen erstmals seit langem aus der Bauwirtschaft. „Die Anzeichen mehren sich, dass die Krise am Bau 2006 ihr Ende findet“, so Voigtländer. Das wäre vor allem für die Buntmetallgießereien ein positives Zeichen.
Zuversichtlich für 2006 stimme zudem, dass sich der Auftragseingang der GDM-Mitgliedsfirmen in den vergangenen Wochen „recht ordentlich“ entwickelt habe. „Wir rechnen daher mit einem konjunkturellen Aufschwung für unsere Industrie.“
Mehr Wettbewerb in der Energiewirtschaft gefordert
Sorgen bereitet der Branche jedoch der drastische Anstieg der Energiepreise. Die Metallgießereien seien eine energieintensive Branche und auf international wettbewerbsfähige Energiepreise angewiesen, so Voigtländer. Die Gaspreise hätten sich seit Anfang 2005 um durchschnittlich 30 Prozent verteuert und die nächste Preiserhöhung um weitere 15 Prozent stehe vor der Tür. Die Entwicklung bei den Strompreisen sei ähnlich. Bei neuen Stromverträgen für 2006 zeichneten sich Verteuerungen im zweistelligen Prozentbereich ab. Voigtländer forderte die neue Regulierungsbehörde auf, den Missbrauch bei den Netznutzungsentgelten abzustellen und die Voraussetzungen für einen funktionierenden Wettbewerb zu schaffen. „Dann sinken auch die Energiepreise zum Nutzen der gesamten Volkswirtschaft wieder“, so Voigtländer.
Hervorragende Berufsaussichten vom Lehrling bis zum Ingenieur
Mit Blick auf die dramatische Situation auf dem Arbeitsmarkt hob Voigtländer die hervorragenden Ausbildungsmöglichkeiten in der Metallgussbranche hervor. „Vom Lehrling bis zum promovierten Ingenieur sind die Berufsaussichten ausgezeichnet. Unsere Branche ist durch Innovation, Wachstum und langfristigen Beschäftigungszuwachs gekennzeichnet“, so Voigtländer. Um diese Entwicklung auch mittel- und langfristig fortsetzen zu können sei es wichtig, auch in Zukunft auf gut ausgebildete Fachkräfte auf allen Qualifizierungsstufen zurückgreifen zu können.
Weitere Informationen:
GESAMTVERBAND DEUTSCHER METALLGIESSEREIEN E.V.
Hauptgeschäftsführer Gerhard Klügge
Tel. 0211/4796-152; Fax: 0211/4796-409
Internet: www.gdm-metallguss.de
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