Presseinformation GDM
 

Deutsche NE-Metallgießereien weiterhin erfolgreich

Produktionsrekord wurde gebrochen; Branche für 2004 optimistisch

Hannover, 19. April 2004

Die deutschen NE-Metallgießereien konnten im abgelaufenen Jahr wiederum an die letzten 3 Rekordjahre anknüpfen und konnten ihre Produktion leicht steigern (+ 2,2 %). In fast allen Gießverfahren und Werkstoffen weisen die statistischen Zahlen laut Gesamtverband Deutscher Metallgießereien, GDM, nach oben. Für das laufende Jahr erwartet der GDM für seine Unter­nehmen, dass diese bei Beschäftigung, Produktion und Umsatz zulegen werden. Die Prognose für das laufende Jahr lautet: Optimismus! Sorgen bereitet weiterhin der Fachkräftemangel.

Obwohl der deutsche Konjunkturmotor immer noch nicht richtig durchstarten konnte, ist die Mehrzahl der deutschen NE-Metallgießereien mit ihrer geschäftlichen Entwicklung zufrie­den. Die Produktion des letzten Jahres konnte immerhin um 2,2 % gesteigert werden (auf 865.000 t) und damit den Rekordwert des Jahres 2002 (845.000 t) übertreffen. Bei Umsatz und Beschäftigung konnte die Branche mit 3,87 Milliarden Euro und 35.000 Mitarbeitern an die Werte von 2002 anknüpfen.

Wie der GDM-Hauptgeschäftsführer, Gerhard Klügge, im Einzelnen ausführte, wird das Wachstum vor allem von der hohen Nachfrage nach Leichtmetallen getragen, die rund Drei­viertel des gesamten NE-Metallgusses ausmacht. Beim Aluminiumguss stieg die Produktion auf 677.000 t (+ 2,5 %), der Magnesium stieg um + 6,0 % auf 26.000 t. Dieses Mengen­wachstum resultiert aus der nach wie vor hohen Nachfrage der Automobilhersteller nach Leichtbau-Werkstoffen. Diese Branche ist der wichtigste Abnehmer von Metallguss!

Schwieriger gestaltet sich die Lage für die Buntmetallgießer, die vor allem unter der anhal­tend schleppenden Baukonjunktur leiden. So stagnierte der Guss aus Kupfer und Kupferle­gierungen mit 90.000 t auf Vorjahresniveau, während der Guss aus Zinklegierungen, der fast gänzlich im hoch industrialisierten Druckguss gefertigt wird, um 1 %-Punkt gegenüber dem Vorjahr nachgab (= 65.000 t).

Optimistischer Ausblick für 2004

Mit Blick auf das Jahr 2004 zeigte sich Klügge für die Branche insgesamt „optimistisch“. Vor allem die Leichtmetallgießereien sind von der Entwicklung der Automobilindustrie stark be­troffen. Als moderner Werkstoff finden Magnesium und vor allem Aluminium ständig stei­gende Verwendung im Automobilbau, sei es zur Konstruktion von Fahrwerksteilen oder in immer stärkerem Maße als Werkstoff für leistungsfähige Motoren sowie als Teile einer Viel­falt sonstiger Komponenten. Nach der Internationalen Automobil-Ausstellung im Herbst 2003 ist dieser Industriezweig voller Elan und Zuversicht in das neue Jahr gestartet, musste je­doch in den ersten beiden Monaten erhebliche Rückgänge bei den Neuzulassungen im PKW-Bereich hinnehmen. Dennoch rechnet die Automobilbranche mit 3,35 Millionen Neu­zulassungen in diesem Jahr. Anzeichen für eine spürbare Erholung kommen auch aus dem Nutzfahrzeugmarkt, der Impulse aus dem In- und Ausland erhält.

Nach Ansicht der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer beginnt sich der Investitionsstau in Deutschland zu lösen. Diese, für die Metallgießereien höchst wichtige Abnehmerbranche, berichtete bereits zum Jahreswechsel von überdurchschnittlich hohen Auftragseingängen, die sich positiv auf die Zuliefergießereien auswirken.

In der elektrotechnischen und Elektronik-Industrie herrscht zwar verhaltene Stimmung vor. Dennoch rechnet auch diese wichtige Abnehmerbranche für Gussprodukte im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum von 2 %, welches überwiegend von den Exportmärkten kommen wird. Die elektrotechnische Industrie spielt für die Nachfrage nach Erzeugnissen aus der Metallguss-Industrie eine entscheidende Rolle.

Etwas schwieriger dagegen ist das Bild bei der deutschen Bauwirtschaft, die ebenfalls wich­tige Abnahmeimpulse bei den Gießereien setzt. Diese Branche geht im laufenden Jahr von einem erneuten Umsatzrückgang – der 9. in Folge! – aus und erwartet erst ab 2005 langsam auf einen Wachstumspfad zurückkehren zu können. Dennoch hat sich nach einer Umfrage in der Bauwirtschaft die Stimmung seit Herbst 2003 nachhaltig aufgehellt. Die Branche rechnet für 2004 mit einer Verbesserung oder zumindest einer Stabilisierung der Geschäftslage.

Alles in allem erwartet Klügge, dass die Metallguss-Industrie insgesamt 2004 als Wachs­tumsjahr bezeichnen können wird.

Diese Erwartung deckt sich mit der Prognose für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2004 in Deutschland. Diese wird von den einschlägigen Wirtschaftsauguren nicht über­ragend aber auch nicht ohne Zuversicht charakterisiert. Im Jahreswirtschaftsbericht der Bun­desregierung wurde für 2004 ein Wachstum von 1,5 % bis 2 % angegeben. Diese Prognose ist nicht ohne Risiko. Der gestiegene Euro-Kurs wird den Export beeinträchtigen. Das Aus­maß der Auswirkungen wird unterschiedlich sein. Die Erwartungen der Metallgießereien sind mittelfristig leicht ansteigend. Bei allen derzeit erkennbaren Risiken überwiegend in der Branche noch die Zuversicht für die konjunkturelle Erholung im laufenden Jahr!

Weiterhin Fachkräftemangel

Sorgen bereitet der Branche dagegen der anhaltende Mangel an Fachkräften auf allen Qua­lifizierungsstufen – vom Auszubildenden bis hin zum promovierten Ingenieur. Trotz großer Anstrengungen in der Aus- und Weiterbildung werde es immer schwieriger, ausscheidende Fachleute in den Betrieben zu ersetzen. Dabei böten die Mitgliedsunternehmen des GDM Jugendlichen jeden Bildungsniveaus Entfaltungsmöglichkeiten und gut dotierte Arbeitsplätze, so Klügge. Vor diesem Hintergrund will der GDM in Zusammenarbeit mit den anderen Gießereiverbänden Initiativen entwickeln, die unmittelbar den Mitgliedsunternehmen Unter­stützung geben, vor Ort Jugendliche für die Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des je­weiligen Gießereiunternehmens zu interessieren.

 
Für weitere Informationen:
Gesamtverband Deutscher Metallgießereien e.V.
Hauptgeschäftsführer Gerhard Klügge
Telefon: (02 11 ) 47 96 - 152
Telefax: (02 11 ) 47 96 - 409
eMail: Gerhard.Kluegge@gdm-metallguss.de