|
|
| NE-Metallgießereien in schwerer Zeit gut behauptet |
| Produktionsrekord wurde gehalten; Erholung der Branchenkonjunktur ungewiss |
| Hannover, 8. April 2003 - Die deutschen Metallgießereien konnten 2002 an die vorhergehenden zwei Rekordjahre anknüpfen, was angesichts der gesamtwirtschaftlichen Schwäche der Industriekonjunktur beachtlich ist. Für das laufende Jahr kann die Branche noch keine sichere Prognose abgeben, hofft jedoch auf leichtes Wachstum. Sorgen bereitet weiterhin der Fachkräftemangel. |
| Die Konjunktur in Deutschland und Europa schwächelt seit geraumer Zeit, dennoch konnten die deutschen NE-Metallgießereien mit einer Produktion von 845.000 t im abgelaufenen Jahr zufrieden sein. Dies entspricht einem leichten Wachstum von 0,3 % gegenüber dem Vorjahr. Bei Umsatz und Beschäftigung konnte die Branche mit 3,66 Milliarden € und 34.500 Mitarbeitern die Vorjahreszahlen halten. Wie der GDM-Hauptgeschäftsführer des GDM, Gerhard Klügge, im Einzelnen ausführte, wird die Produktion der Metallgießereien vor allem von der hohen Nachfrage nach Leichtmetallen getragen, die über ¾ des gesamten NE-Metallgusses ausmachen. Beim Aluminium konnte die Produktion im Jahr 2002 um 1,1 % auf 660.000 t gesteigert werden, während der Magnesiumguss - erstmalig seit über 15 Jahren - um 4,7 % (auf 24.700 t) zurückfiel und im Zink-Druckguss lediglich 66.500 t (- 6,5 %) gefertigt wurden. Der Guss aus Kupfer und Kupferlegierungen weist eine statistische Steigerung von 1,3 % (auf knapp 90.000 t) auf, die sich jedoch höchst unterschiedlich auf die einzelnen Gießverfahren verteilen. |
| Das Mengenwachstum vor allem im Leichtmetallguss, liegt nach wie vor in der hohen Nachfrage aus der Automobilindustrie begründet - der bedeutendsten Abnehmerbranche für den Metallguss. So konnte der Rückgang bei Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen im Inland sowie auch ein immer noch unbefriedigender Automobilexport durch die Vielzahl von Neukonstruktionen im Leichtmetallguss mehr als ausgeglichen werden. |
| Im Buntmetallguss wird das statistische Wachstum von 1,3 %, so Klügge, jedoch von einigen wenigen Unternehmen getragen, die im abgelaufenen Jahr eine Sonderkonjunktur durchlaufen haben. |
| Insgesamt weichen die in der Statistik erkennbaren Mengenentwicklungen
der einzelnen Metall- und Gießverfahren von der jeweiligen Konjunktur
der einzelnen Unternehmen teilweise erheblich ab. So schlagen die Zuwächse
vor allem in größeren Produktionseinheiten wesentlich stärker
zu Buche, als dies bei kleinen und mittleren Betrieben der Fall ist. In
fast allen Bereichen der Branche gäbe es immer wieder einige Metallgießereien,
die trotz einer allgemeinen negativen Entwicklung Ausschläge nach oben
zu verzeichnen hätten, die den statistischen Durchschnitt nachhaltig
beeinflussten und das Gesamtergebnis für die Metallguss-lndustrie positiv
werden ließen. |
| Ausblick 2003: Branchenkonjunktur
noch ungewiss Die Metallgießereibranche ist eine mittelständisch geprägte Industrie, die anders als multinationale Großunternehmen nur wenig Chancen hat, den Standort Deutschland zu verlassen. Dies bedeutet, so Klügge, dass sie sich mit den gegebenen Rahmenbedingungen arrangieren müsse. Sie müsse sich mit einem zu teuren Tarifabschluss und einem überregulierten Arbeitsrecht herumschlagen, sie müsse steigende Kosten bei den Sozialversicherungssystemen bedienen und letztlich müsse sie als leidlich Energie intensive Branche zusätzliche Belastungen auf den Verbrauch von Energie, Öl und Gas tragen. |
|
Angesichts der derzeit sehr unsicheren Aussichten für die deutsche und die internationale Wirtschaft kann die Branche keine einheitliche Aussage über die erwartete Entwicklung in den nächsten Monaten treffen. Die ersten Wochen des laufenden Jahres haben in einer ganzen Reihe von Betrieben wieder zu einer guten Beschäftigung geführt, jedoch sind die Signale aus den Abnehmerbranchen der Metallgießereien gegenwärtig noch nicht sehr Erfolg versprechend. Die Bauindustrie erwartet für das laufende Jahr einen Rückgang von 2 ½ %, der Maschinen- und Anlagenbau signalisierte ebenfalls schlechtere Geschäftsaussichten als dies noch im letzten Jahr der Fall war. Lediglich die elektrotechnische und Elektronik-Industrie setzen - Export bedingt - für 2003 wieder auf ein leichtes Wachstum (ca. 2 %). Die Schlüsselbranche für die Metallgießereien wird jedoch - wie in der Vergangenheit auch - die Automobilindustrie bleiben. Während in Deutschland trotz einer Vielzahl neuer Modelle die Zulassungszahlen bei Neuwagen rückläufig sind, erwartet die Automobilindustrie allenfalls vom Exportgeschäft - und hier hauptsächlich vom asiatischen Markt - Impulse. Alle Kfz-Analysten gehen davon aus, dass zumindest in Deutschland frühestens Ende 2003 eine Trendwende erwartet werden kann. Bis dahin sind die Volumenhersteller bei den Automobilisten stärker von der gegenwärtigen Absatzschwäche betroffen als die Premiumhersteller. Gleiches dürfte für die entsprechenden Zuliefergießereien gelten. Letztlich scheint es angesichts der vielen Unwägbarkeiten und Unsicherheiten, die die konjunkturelle Entwicklung mit sich bringen wird, derzeit noch viel zu früh zu sein, so Klügge, den Zeitpunkt einer echten Erholung des Automobilmarktes und damit auch der Automobil-Zuliefergießereien voraus zu sagen. Auf jeden Fall setzen die Metallgießereien auch in Zukunft verstärkt auf neue Anwendungen für Leichtmetallguss im Automobil. Egal ob Motoren oder Fahrwerksteile, die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten dieser Produkte scheint noch lange nicht am Ende zu sein. |
| Weiterhin Fachkräftemangel Obwohl die Branche sich sehr viel in Aus- und Weiterbildung engagiert und sich der Bedeutung des Erfolgsfaktors "Wissen" bewusst ist, wird es für die Metallgießer immer schwerer, ausscheidende Fachleute in ihren Betrieben zu ersetzen. Die Gießereiindustrie leide enorm unter einem Fachkräftemangel, der in den kommenden Jahren schlimmstenfalls zu einer Wachstumsbremse für die ganze Branche werden könnte, befürchtet Klügge. Gießereien sind heute schon lange keine "schmutzigen und schweißtreibenden Hexenküchen" mehr, vielmehr böten die Unternehmen gut bezahlte und bei der positiven Perspektive für metallische Werkstoffe sichere Arbeitsplätze für die dort tätigen Fachleute. Dies gelte vom Lehrling bis zum promovierten Ingenieur. Der GDM ist stark daran interessiert, dass sich junge Menschen für die Beschäftigungsmöglichkeiten in der von ihm vertretenen Branche interessierten! |
| Für weitere Informationen:
Gesamtverband Deutscher Metallgießereien e.V. Hauptgeschäftsführer Gerhard Klügge Telefon: (0211) 4796-152 Telefax: (0211) 4796-409 eMail: gerhard.kluegge@gdm-metallguss.de |