Presseinformation GDM

 

 
Deutsche Metallgießer für 2003 gedämpft optimistisch
Produktion 2002 auf Vorjahresniveau / Branche leidet unter Fachkräftemangel
 
Düsseldorf, 11.12.2002 - Die deutschen NE-Metallgießereien wer-den in diesem Jahr bei Umsatz und Produktion voraussichtlich an das Rekordniveau 2001 heranreichen. Die Produktion in den ersten drei Quartalen 2002 lag laut Gesamtverband Deutscher Metallgieße-reien (GDM) nur leicht unter der des Vorjahres. Für 2003 sieht der GDM-Vorsitzende Hans Dieter Honsel in Teilmärkten ein positive Entwicklung. Mittel- und langfristig komme der Branche zugute, dass viele NE-Gießereien sich zum Systemanbieter entwickelten.
 
In den ersten neun Monate weist die GDM-Statistik ein Produktions-volumen von 632.688 Tonnen auf, das ist ein leichter Rückgang von 0,7 Prozent. Für das Gesamtjahr 2002 erwartet die Branche eine Produktion, die an das Rekordniveau des Vorjahres (842.317 t) her-anreicht. Honsel verwies dabei zum einen auf die schlechte Entwick-lung bei den Auftragseingängen und der Produktion im ersten Halbjahr 2002, zum anderen auf die in den letzten Monaten leicht anziehende Nachfrage. Beim Umsatz und bei der Beschäftigung wird die Branche ebenfalls an die Vorjahreszahlen anknüpfen (Umsatz 2001: 3,7 Mrd. Euro, Mitarbeiter: 34.500).
 
Wie der GDM-Hauptgeschäftsführer Gerhard Klügge im Einzelnen ausführte, wird das Wachstum weiterhin von der hohen Nachfrage nach Leichtmetallen getragen. Sie machen mittlerweile über 80 Prozent des gesamten NE-Metallgusses aus. Beim Aluminium betrug die Produktion bis September 493.195 t (+0,0%), beim Magnesium 19.031 t (-2,1%). Hier spiegelt sich die weiterhin recht hohe Nachfrage der Automobilindustrie nach Metallgussprodukten wider.
 
Schwieriger ist dagegen die Lage der Buntmetallgießer. Fast alle Verfahren in sämtlichen Legierungen weisen negative Vorzeichen bei der Produktion auf. Der Guss aus Kupfer stieg zwar um 1,1 Prozent auf 66.990 t, beim Zink betrug der Rückgang dagegen 8,2 Prozent auf 50.712 t. Besonders problematisch ist laut Honsel, dass die Entwicklung innerhalb der Branche sehr disparat verläuft. Während rund zwei Dutzend größere Metallgießereien vergleichsweise gut ausgelastet seien, könne beim Gros der kleinen und mittleren Gießereien davon keine Rede sein.
 
Ausblick: Branche mittel- bis langfristig positiv gestimmt
Für den Geschäftsverlauf 2003 sieht Honsel einen "kleinen Licht-streif am Horizont". Seine Erwartungen ruhen darauf, dass die Konjunktur im ersten Halbjahr wieder anspringt. Zuwächse sieht er vor allem bei den Leichtmetallgießereien. Hier dürfte der Verkehrssektor eine belebende Rolle spielen. Neben den Pkw und hier speziell den hochwertigen Modellen komme auch Nutzfahrzeugen und innovati-ven Anwendungen für Schienen-, Wasser- und Luftfahrzeuge eine wachsende Bedeutung zu. Honsel wies zugleich auf den stetig stei-genden Erlösdruck hin, der bei vielen Unternehmen zu einer "abschmelzenden" Finanz- bzw. Eigenkapitaldecke führt.
 
Mittel- bis langfristig ist Honsel für die Branche positiv gestimmt. Viele NE-Metallgießereien entwickelten sich vom ursprünglichen Roh-teilelieferanten zum Systemanbieter. Zunehmend würden sie Entwicklungs- und Lieferpartner von Großabnehmern. Das werde sich vorteilhaft in Umsatz und Produktion widerspiegeln. "Wir sind zuversichtlich, eine Branche mit Wachstumspotenzial zu sein", sagte Honsel. Lediglich aus der Bauwirtschaft sieht Honsel auch mittel- bis langfristig keine Impulse kommen.
 

Gießereien bieten sichere Arbeitsplätze und gute Entwicklungschancen
Sorgen bereitet der Branche der sich abzeichnende Mangel an Fachkräften, der sich nach Ansicht des GDM-Vorsitzenden in den kommenden Jahren zu einer Wachstumsbremse entwickeln könnte. Zwar weise die Zahl der Studienanfänger an den Fachhochschulen und Technischen Universitäten in den letzten Jahren leicht nach o-ben, doch werde damit der Bedarf der Industrie nicht gedeckt. Honsel betonte, dass Gießereien heute "keine schmutzigen und schweißtreibenden Hexenküchen" seien. Im Gegenteil: "Die Betriebe bieten gut bezahlte und bei der positiven Perspektive für NE-Werkstoffe sichere Arbeitsplätze und gute Entwicklungschancen für Fachleute", so Honsel.

 
Für weitere Informationen:
Gesamtverband Deutscher Metallgießereien e.V.
Hauptgeschäftsführer Gerhard Klügge
Telefon: (0211) 4796-152
Telefax: (0211) 4796-409

eMail: gerhard.kluegge@gdm-metallguss.de