Presseinformation GDM
 
Deutsche NE-Metallgießer weiter zuversichtlich
 

Nach Produktionsrekord in 2000 blickt die Branche auf ein gutes 2001
Hannover, 23. April 2001
 
Die deutschen NE-Metallgießereien haben im Jahr 2000 einen neuen Produktionsre-kord aufgestellt. In fast allen Gießverfahren und Werkstoffen der Industrie zeigen die Statistiken nach oben. Für das Geschäftsjahr 2001 erwartet der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes Deutscher Metallgießereien (GDM) e. V., Gerhard Klügge, eine Fortsetzung der guten Konjunktur. Wie er auf einer Pressekonferenz anlässlich der Hannover Messe ausführte, ist die Branche auch mittel- und langfristig zuversichtlich , den eingeschlagenen Wachstumskurs beibehalten zu können.
 
Die deutschen NE-Metallgießereien blicken auf ein Jahr guter Mengenkonjunktur zurück. Angetrieben von einer kräftigen Auslandsnachfrage nach deutschen Industriegütern erzeugte die Branche im vergangenen Jahr über 840.000 t - das ist ein Plus von 8,2 % gegenüber dem Vorjahr. Dies ist eine deutliche Steigerung des Produktionsrekordes aus dem Jahr 1998! Auch der Umsatz hat sich um rund 10 % auf 6,7 Milliarden DM gesteigert, während die Beschäftigtenzahl mit etwas über 33.000 auf dem Niveau der beiden Vorjahre verharrte.
 
Das Mengenwachstum wird vor allem von der guten Autokonjunktur getragen. Zwar sind die Zulassungen von Neuwagen in Europa rückläufig, jedoch wurde diese Schwäche durch den boomenden Export deutscher Autohersteller in der Vergangenheit mehr als wett gemacht. Davon profitierte besonders der Leichtmetallguss. So wächst die Nachfrage nach Magnesium sprunghaft: im Jahr 2000 stieg die Produktion auf 21.000 t (+ 40 %). Aluminium, das über ¾ des gesamten Metallgusses ausmacht, legte auf 645.600 t (+ 8 %) zu. Auch die Produkti-on von Buntmetallguss aus Kupfer und Zink stieg um 7,9 % bzw. 7,8 %; doch gibt es hier in einzelnen Segmenten auch rückläufige Produktions- und Umsatzzahlen.
 
Das Mengenwachstum wird vor allem von der guten Autokonjunktur getragen. Zwar sind die Zulassungen von Neuwagen in Europa rückläufig, jedoch wurde diese Schwäche durch den boomenden Export deutscher Autohersteller in der Vergangenheit mehr als wett gemacht. Davon profitierte besonders der Leichtmetallguss. So wächst die Nachfrage nach Magnesium sprunghaft: im Jahr 2000 stieg die Produktion auf 21.000 t (+ 40 %). Aluminium, das über ¾ des gesamten Metallgusses ausmacht, legte auf 645.600 t (+ 8 %) zu. Auch die Produkti-on von Buntmetallguss aus Kupfer und Zink stieg um 7,9 % bzw. 7,8 %; doch gibt es hier in einzelnen Segmenten auch rückläufige Produktions- und Umsatzzahlen.
 
Auch wenn die Wirtschaftsinstitute davon ausgehen, dass sich das Wachstum in Deutschland im laufenden Jahr leicht abschwächt, erwartet Klügge für seine Branche doch eine Fortsetzung der derzeit guten Konjunktur. Bei wichtigen Abnehmerindustrien stünden die Signale nach wie vor auf Wachstum. So blicke der Maschinen- und Anlagenbau auf einen weiteren Exportzuwachs und auch die Inlandsnachfrage entwickele sich dynamisch. Die elektrotechnische Industrie bleibe ebenfalls ein Zugpferd der Wirtschaft. Dagegen werde die Automobilindustrie, die für die Metallgießereien von besonderer Bedeutung ist, nur durchschnittlich wachsen. Die Bauindustrie sehe jedoch mit Sorge in die Zukunft. Speziell in den neuen Bun-desländern klinge die Baukonjunktur ab und wirke damit dämpfend auf die Zulieferergießereien. Dennoch geht der Hauptgeschäftsführer des GDM für die Branche von einer "insgesamt positiven Geschäftsentwicklung für 2001" aus.
 
Auch mittel- und langfristig bleiben die Metallgießereien auf Wachstumskurs. Das gelte be-sonders für die Metalle Aluminium und Magnesium. Nicht nur bei PKW, sondern auch im LKW, Schienenfahrzeugen und im Schiffbau seien Leichtmetalle auf dem Vormarsch. Dabei sind die Metallgießereien - Klügge zufolge - bestrebt, die Ansprüche ihrer Kunden und die Wirtschaftlichkeit der Betriebe durch innovative Verfahren auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
 
Unzulängliche wirtschaftspolitische Reformansätze
 
Während die Konjunktur bislang vor allem vom Export getragen wurde, erhofft sich Klügge mit Blick auf die Steuerreform auch stärkere Impulse für die Inlandsnachfrage im laufenden Jahr. Doch verweist er zugleich darauf, dass die Wettbewerbsnachteile seiner Branche gegenüber dem Ausland nach wie vor anhielten und die wirtschaftspolitischen Reformansätze nicht ausreichten. So sei die Steuerreform nicht mittelstandsfreundlich (die große Mehrheit der Metallgießereien sind in diesem Industriebereich angesiedelt); die geplanten niedrigeren Steuersätze seien zwar zu begrüßen, könnten aber nur ein Schritt in die richtige Richtung sein. Klügge kritisiert zudem die ungleiche Behandlung von Kapital- und Personengesell-schaften. Die geplante Verlängerung der Abschreibungsdauer auf Anlagegüter verschlechtere zusätzlich die Situation der Betriebe. Die Ökosteuer stecke voller Widersprüche: Der ökologische Effekt sei gleich Null, dafür würden neue Subventionstatbestände geschaffen
 
In der Umweltpolitik sieht der Hauptgeschäftsführer des GDM keine Abkehr von Fehlentwicklungen der letzten Jahre. "Neue Vorschriften auf nationaler und internationaler Ebene bringen nur geringe Umweltverbesserungen, führen aber zu erheblichen Belastungen", so Klügge. Oft seien die angestrebten Umweltverbesserungen fragwürdig, wie bei der Novellierung der TA Luft: Sie reduziere die Emissionen zwar auf Null, führe aber gleichzeitig zu einem vermehrten Energieeinsatz. Damit einher gingen höhere CO2-Emissionen bei den Kraftwerken.
 
Nachwuchssorgen
 
Problematisch bewertet Klügge die Branchensituation bei der Ausbildung und der Gewinnung von Nachwuchskräften. Trotz einer insgesamt hohen Arbeitslosigkeit plage die Branche Nachwuchssorgen. Technisch orientierte Berufe hätten mit Ausnahme von vielleicht Informatik bei der Jugend anscheinend keinen hohen Stellenwert mehr. Daher fehlten den Metall-gießereien Mitarbeiter aller Qualifizierungsstufen, vom Lehrling bis zum promovierten Ingenieur. Das Bild, das sich die Menschen von den Gießereien machen, sei antiquiert und verkenne, dass die Branche heute ihren Umsatz vor allem mit High Tech-Produkten mache. "Wir bieten in unseren deutschen Gießereien Jugendlichen aller Bildungsniveaus Entfal-tungsmöglichkeiten und gut bezahlte, sichere Arbeitsplätze", betonte Klügge.